OPENING 26/01/2013



03.01.2013

 

Prune Nourry „Holy Daughters“

Galerie Henrik Springmann, Berlin 

26. Januar – 28. Februar 2013

Die Ausstellung „Holy Daughters“ der Französin Prune Nourry widmet sich der tiefgreifenden Auseinandersetzung der Künstlerin mit der gesellschaftlichen Rolle von Frauen in Indien. Im Blickpunkt steht besonders eine Performance im öffentlichen Raum, welche die Künstlerin im Jahr 2010 in Neu Dehli, Indien umsetzte. Lebensgroße Skulpturen, die Zwitterwesen aus Frau und Kuh darstellen, die „Holy Daughters“, wurden auf den Straßen und Plätzen von Neu Dehli ausgestellt. Prune Nourry zeichnete die Reaktionen der lokalen Bevölkerung auf diese Hybride per Video auf.

Es gelang ihr damit auf undogmatische Weise, die drängenden Probleme um die mindere Stellung und Wertigkeit von vielen Frauen in der indischen Gesellschaft, in ihren unterschiedlichen Ebenen und durch alle Gesellschaftsschichten hindurch aufzuzeigen. Dieses brisante Thema fand mit den Geschehnissen im Dezember 2012 in Neu Delhi einen weiteren traurigen Höhepunkt. Damit wird die aktuelle Relevanz der Ausstellung „Holy Daughters“ auf tragische Weise deutlich.

Prune Nourrys Werk gab bereits 2010 in Indien den Anstoß für eine öffentliche Kontroverse um die Rolle der Frau in der indischen Gesellschaft. In Ausstellungen in Paris sowie als Videoinstallation im Centre Pompidou in 2011 und als Einzelausstellung 2012 in New York wurde die Debatte durch Nourrys Werke und Aufzeichnungen weiter geführt. 

„Holy Daughters“ in der Galerie Henrik Springmann zeigt Prune Nourrys bronzene Hybride aus Frauenkörpern und Kuhköpfen, die die Bedeuungsebenen der Kuh, einem in Indien heiligem, weil Nahrung spendendem Tier, und der Rolle der Frau thematisieren und zueinander in Beziehung setzen. In diesem Zusammenhang sind auch die dreidimensionalen Objekte, die eine Kombination einer weiblichen Brust und einem Euter darstellen, zu betrachten. Eine neue, raumgreifende Installation und Videodokumentationen der Performances in Neu Dehli, 2010 und konzeptuelle Texte komplementieren die Ausstellung. 

Die Eröffnung von „Holy Daughters“ in den Galerieräumen wird in Anwesenheit der Künstlerin im Zeichen einer partizipatorischen Performance stehen.Eine speziell konzipierte Milchbar und ein ausgefallenes Catering laden den Besucher zu einer außergewöhnlichen Erfahrung aller Sinne ein. 

So ist das Werk „Holy Daughters“ ein inhaltlich vielschichtiges und multimediales Projekt einer Künstlerin, die dem Betrachter aktuelle und dringliche Themen der Gegenwart vor Augen führt. Die Galerie Henrik Springmann freut sich sehr, das Werk Prune Nourrys in dieser Aktualität erstmals in Berlin zusammenführen zu dürfen.

 

Prune Nourry's Holy Daughters is a retrospective exhibition of a 3 year project in India from 2009 to 2011. Through street performances, large ephemeral installations, sculptures, photography and video, Nourry invites viewers to reflect upon the issue of gender imbalance due to the abortion of female fetuses. For this project, the French, NY based artist, infiltrated the Indian culture and created the Holy Daughter deity, a mix between the holy cow - symbol of fertility, and the young girl - actual vector of fertility. 

Nourry first began by simply abandoning resin versions of her goddess in the streets of New Delhi, and recording people's reactions. 

She then orchestrated her own version of the Indian Holi festival, inviting local girls to play with milk powder and the Holy Daughter in a Gaushala (cow hospital/orphanage). This second performance was in response to her experience of the real Holi festival - a celebration of fertility where colored pigments are thrown. This festival is actually void of women because it is too dangerous for them to attend as it is an excuse for men to get belligerently drunk. 

In 2011, after the results of the sex ratio sensus showed the greatest imbalance ever known in Indian history, Nourry decided to commission local Calcutta artisans to recreate a 5 m high Holy Daughter made of clay from the Ganges. The Artist then infiltrated the Durga Puja festival with her deity, among hundreds of other monumental sculptures of Indian gods, and lured locals to believe in the Holy Daughter before it was immersed in the river from which it was born.

Nourry is currently taking her interest in bioethics to China and creating an army of life size Terracotta Daughters. 



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